Herz

Foto: Andrea Hesse

Seelsorge und Fortbildung im Gesundheitswesen

Stärkung durch Spiritualität

Die Arbeitsbelastung für Mitarbeitende im Gesundheitswesen hat sich im Laufe der vergangenen Jahre erheblich verstärkt. Die kurze Verweildauer der Patientinnen und Patienten erhöht die Zahl der zu versorgenden Menschen, während gleichzeitig die Zahl der Mitarbeitenden unverändert bleibt oder sogar reduziert wird. Dieser (Zeit-)Druck wirkt sich als körperliche und seelische Belastung aus. Damit verbunden ist die Gefahr des Sinnverlustes der Arbeit und des Burnouts.

Die Spannung zwischen den eigenen Wertvorstellungen und dem, was davon verwirklicht werden kann, wird häufig als demotivierend und als Infragestellung der eigenen Persönlichkeit und des Selbstverständnisses und Selbstwertes erlebt. Menschen, die im Krankenhaus und in der Altenpflege arbeiten, werden tagtäglich mit existenziellen Fragen, Krisensituationen und Leiderfahrungen konfrontiert. Dabei sind sie als ganze Person, mit Leib und Seele gefordert. Um trostbedürftigen Menschen zur Seite stehen zu können, benötigen sie beides: Sowohl die Möglichkeit, Kraft zu schöpfen und die eigene Seele zu nähren, als auch Räume, in denen die Frage nach dem, was ihnen selbst Lebensmut und Hoffnung gibt, zur Sprache kommt und mit dem christlichen Verständnis in Dialog tritt.

Das Zentrum für Seelsorge macht es sich jetzt zur Aufgabe, im Wortsinne für die Seele der Mitarbeitenden im Gesundheitswesen zu sorgen und entwickelt Berufsgruppen übergreifende Fortbildungen. In der besonderen Atmosphäre der evangelischen Klöster der Landeskirche wird Raum gegeben zum Innehalten und zur inneren Sammlung. Das (Wieder-)Entdecken des Glaubens als Kraftquelle, die Gestaltung heilsamer Rituale im Alltag und die Reflexion der beruflichen Motivation sind Themen, die mit Elementen aus der Seelsorge, der Supervision und dem Bibliodrama erarbeitet werden.

Neben dem Angebot der Supervision für Einzelne und Teams im Gesundheitswesen wird es auch „existenzielle Fallbesprechungen“geben. Hier wird die Aufmerksamkeit auf die religiöse Dimension intensiver berührender Erfahrungen im Berufsalltag gerichtet und die Sensibilität sowohl für die eigenen seelischen Bedürfnisse, als auch für die der Patienten gestärkt.
 

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Pastorin Friederike Busse
DIAKOVERE, Schwemannstraße 17-19
30559 Hannover
Mobil: 0178 289 67 11
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