Systemische Seelsorge und Beratung

Pilotprojekt vereint beraterische und pastoralpsychologische Qualifizierung

Erstmalig schreibt die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers jetzt eine Seelsorgeweiterbildung in Kooperation mit dem Niedersächsischen Institut für systemische Therapie und Beratung e.V. (NIS) Hannover aus. Das Pilotprojekt „Systemische Seelsorge und Beratung“, das inhaltlich vom Zentrum für Seelsorge und Beratung (ZfSB) und dem NIS verantwortet wird, wendet sich an beruflich Mitarbeitende im kirchlichen Feld, die sich für eine Tätigkeit in Seelsorge und Beratung vertieft und insbesondere mit dem systemischen Blickwinkel qualifizieren möchten. Das neue Kursmodell eröffnet erstmals die Möglichkeit, die gesamte pastoralpsychologische Qualifizierung für die Spezialseelsorge in einem systemischen Verfahren zu absolvieren. Die modular aufgebaute Weiterbildung dauert zweieinhalb Jahre; sie beginnt im September 2021.

In der Weiterbildung verbindet sich durchgängig die Qualifizierung zur*zum zertifizierten Berater*in (SG) mit der pastoralpsychologischen Qualifizierung in Systemischer Seelsorge. Der Kurs wird vom NIS nach den Standards der Systemischen Gesellschaft (SG) zertifiziert. Damit sind die Teilnehmenden nach erfolgreichem Abschluss berechtigt, das Zertifikat „Systemische*r Berater*in (SG)“ zu erwerben. Über das ZfSB werden die spezifischen Inhalte der Seelsorge in die Weiterbildung eingetragen und die pastoralpsychologische Qualifizierung gewährleistet. Die Weiterbildung erfüllt die Anforderungen und Standards der DGfP, Sektion GOS (Deutsche Gesellschaft für Pastoralpsychologie, Sektion Gruppe, Organisation, System) zur Aufnahme als außerordentliches Mitglied.

Zu den Inhalten der modularen Weiterbildung gehören unter anderem die Grundlagen der Systemtheorie, verschiedener Kommunikationstheorien und des Konstruktivismus; Kontext und Kontextanalyse; Theorie und Praxis von Veränderung; Multiperspektivität als Bestandteil systemischer Haltung; das Verhältnis von Seelsorge und Beratung; systemische Gesprächsformen und Interventionen; das Alleinstellungsmerkmal der Seelsorge und Kasualien; Veränderung und Nicht-Veränderung in Seelsorge und Beratung; Organisationsdynamiken sowie das Beenden von Prozessen.

Die Weiterbildung wird geleitet von Pastorin Petra Eickhoff-Brummer (ZfSB), landeskirchliche Beauftragte für Systemische Seelsorge und Supervisorin (DGfP, SG) und Susanne Hilbig (NIS), Vorsitzende des NIS, lehrende Beraterin, lehrende Supervisorin und Lehrtherapeutin (NIS, SG). Für einzelne Module wurden darüber hinaus Gastdozenten gewonnen.

Für Mitarbeitende der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers werden acht Kursplätze der Weiterbildung durch die Bezuschussung in Höhe eines Drittels der Kosten durch die Landeskirche gefördert. Ein weiteres Drittel der Kosten kann auf Antrag durch die*den Anstellungsträger*in übernommen werden.

Weitere Informationen zu Inhalten, Terminen, Kosten und Anmeldebedingungen sowie Kontaktdaten sind im Flyer „Systemische Seelsorge und Beratung“ zu finden.

Kursleitung

Petra Eickhoff-Brummer
Susanne Hilbig