Psychologische Beratung und Seelsorge profitieren

Neuer psychologischer Fachreferent für die Lebensberatung

Axel Gerland freut sich auf den Dialog zwischen Seelsorge und psychologischer Beratung. Foto: Andrea Hesse

„Psychologische Beratung und Seelsorge können sehr voneinander profitieren“, ist Axel Gerland überzeugt. Der 60-jährige Sozialpsychologe und psychologische Psychotherapeut ist seit dem 1. Januar psychologischer Fachreferent in der Hauptstelle für Lebensberatung, die zum Zentrum für Seelsorge und Beratung (ZfSB) in Hannover gehört. Gemeinsam mit dem theologischen Leiter der Hauptstelle, Pastor Rainer Bugdahn, wird er zukünftig das Programm der Fort- und Weiterbildung für die 31 Lebensberatungsstellen in der hannoverschen Landeskirche verantworten.

„Ich freue mich sehr darüber, dass diese Stelle nach einigen Monaten der Vakanz jetzt wieder besetzt werden konnte“, sagt Angela Grimm, Direktorin des ZfSB. „Axel Gerland verfügt über große Kompetenz und langjährige Erfahrung in den verschiedenen Feldern der psychologischen Beratung.“

Tatsächlich war Gerland in den vergangenen 28 Jahren in der Lebensberatungsstelle Oskar-Winter-Straße in Hannover in fast allen Bereichen der psychologischen Beratung tätig – in der Lebens- und Paarberatung ebenso wie in der Familien- und Erziehungsberatung, in Supervision und Weiterbildung sowie in der Verbandsarbeit und der Vertretung der Beratungsstelle in Gremien. Von 2011 bis 2020 leitete er die Beratungsstelle im hannoverschen Stadtteil List.

Standortbestimmung durch Dialog

„Ich möchte mit der Aufgabe als psychologischer Fachreferent etwas Neues beginnen, das ein Segment meiner bisherigen Arbeit aufgreift und ausbaut – das ist so etwas wie meine Passion“, erklärt Gerland. In der Einbindung ins Zentrum für Seelsorge und Beratung sieht er eine große Chance und Bereicherung für seine zukünftige Tätigkeit: „Ich freue mich auf das Zusammenwirken mit den Arbeitsfeldern der Seelsorge – der Dialog zwischen Seelsorge und Beratung dient der Standortbestimmung und lenkt den Blick auf die gezielte Unterstützung von Menschen mit den jeweils passenden Methoden.“ Professionelle Gesprächskompetenz sei der Schlüssel, um Menschen in ihrer individuellen Lebensgeschichte und Problemlage zu erreichen; in der Seelsorge ebenso wie in der Lebensberatung.

Ein besonderes Augenmerk möchte Gerland auf die Multiprofessionalität in den evangelischen Lebensberatungsstellen richten: „Diese Pluralität, die auch eine Vielfalt von Angeboten sichert, möchte ich in ihren Kompetenzen und Methoden stärken.“ Als Basis für die Konzeption der Fort- und Weiterbildung wird Gerland sich nicht nur auf die Erhebung von Daten in den Beratungsstellen verlassen, sondern auch das Gespräch mit den Mitarbeitenden suchen: „Der Dialog zwischen der Hauptstelle und den Beratungsstellen vor Ort ist wichtig, um Entwicklungen wahrzunehmen und eine Balance zwischen Bewährtem und Neuem herzustellen.“

Digitale Beratungsformen als Ergänzung

Obwohl er sich natürlich noch in der Orientierungsphase befindet, wagt Gerland doch schon den Blick auf einzelne Schwerpunkte, die seine zukünftige Tätigkeit mitbestimmen werden: Da geht es um die Stärkung von Resilienz, also das Gedeihen trotz widriger Umstände, um die Qualifizierung zukünftiger Leitungskräfte in der psychologischen Beratung und um die Stärkung von Familien vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Veränderungen. Natürlich wird Gerland auch die aus der Corona-Pandemie heraus entstandenen Veränderungen der Beratungsarbeit in den Blick nehmen: „Digitale Beratungsformate sind eine gute Ergänzung“, stellt er fest. „Nach dem Ende des ersten Lockdown haben wir aber die Erfahrung gemacht, dass unsere Klientinnen und Klienten zurück möchten zum persönlichen Gespräch – das ist unverzichtbar.“