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Hinweise und Empfehlungen zur Corona-Pandemie

Unterstützung für Seelsorger*innen und Berater*innen

ZfS bietet kostenlose Supervision, Coaching und Beratung an

In der herausfordernden Zeit der Corona-Pandemie leisten Krankenhausseelsorgerinnen und -seelsorger einen großartigen Dienst in den Kliniken vor Ort. Patientinnen und Patienten, Angehörige und das Klinikpersonal sind sehr dankbar für ihr offenes Ohr und ihre Zuwendung.

Die aktuelle Situation und die gesetzlichen Vorgaben verändern sich in diesen Tagen in großer Geschwindigkeit – das hat auch Einfluss auf das berufliche Selbstverständnis und die Rolle als Seelsorgerin oder Seelsorger. Manchmal sind Organisationsstrukturen und Erwartungen unklar oder sogar widersprüchlich und natürlich betrifft das Geschehen auch das persönliche Umfeld.

Das Zentrum für Seelsorge bietet Krankenhauseelsorgerinnen und -seelsorgern kostenfrei und kurzfristig Unterstützung durch Supervision, Coaching und Beratung an

– um die aktuelle berufliche Situation und die Rolle als Seelsorger*in zu reflektieren,
– um die nächsten Schritte zu planen,
– um zu erzählen und sich zu entlasten,
– per Telefon, Mail oder Videokonferenz.

Anfragen sollten zunächst per Mail erfolgen, damit auf diese Weise ein Gesprächstermin vereinbart werden kann. Telefonisch ist die Zentrale im Zentrum für Seelsorge verlässlich werktags von 10 bis 12 Uhr zu erreichen. Von dort wird der Anruf an eine der Ansprechpersonen weitergeleitet.

Zentrale im Zentrum für Seelsorge: 0511 79 00 31-0

Ansprechpersonen im Zentrum für Seelsorge:

Petra Eickhoff-Brummer, Pastorin, Supervisorin und Coach (DGfP, SG), Anfrage per Mail
Anja Garbe, Pastorin, Supervisorin und Coach (DGfP), Anfrage per Mail
Christiane Plöhn, Pastorin, Supervisorin und Coach (DGfP), Anfrage per Mail
Christine Tergau-Harms, Pastorin, Supervisorin und Coach (DGSv), Anfrage per Mail

Transformation von Angeboten und Unterstützungssysteme

Nach der Absage von Veranstaltungen, Zusammenkünften und vor allem Gottesdiensten geht es nun um die „Transformation“ kirchlicher Angebote und um Unterstützungssysteme im täglichen Leben. Es geht um die Frage, in welcher Weise Seelsorge und Beratung unter den gegebenen Umständen weiter möglich sein können.

Auch der Pastoralpsychologische Dienst (PPD) musste seine Balint- und Supervisionsgruppen, Teamsupervisionen und individuellen Termine für Seelsorge, Beratung und Supervision absagen. Gleichzeitig überlegen die Mitarbeitenden des PPD, wie sie kirchliche Mitarbeitende auch in diesen besonderen Zeiten unterstützen können – die Herausforderungen, die aktuell zu bewältigen sind, machen den Bedarf an Gespräch, Austausch und Reflexion nicht geringer.

Handlungsempfehlung "Notfallseelsorge und Corona-Virus"

In der Notfallseelsorge wie auch in der Gefahrenabwehr gilt: Dem Selbstschutz ist höchste Priorität einzuräumen. Im Fall einer Alarmierung müssen schon im Vorfeld grundsätzliche Informationen eingeholt werden, um eine Situation sachgerecht beurteilen zu können. In einer Handlungsempfehlung hat Joachim Wittchen, Beauftragter für Notfallseelsorge, alle für die aktuelle Situation wichtigen Regeln zusammengestellt.

Hinweise der Fachberatung für Krankenhaus-Seelsorge

„In der Not da sein nach eigenen Möglichkeiten und mit der eigenen Professionalität, fürbittend für Patient*innen, Angehörige und Mitarbeiter*innen sowie als konstruktive und besonnene Kritiker*innen des Gesundheitswesens“ – so beschreibt Lars Wißmann, landeskirchlicher Beauftragter für Krankenhaus-Seelsorge, die Rolle der Krankenhaus-Seelsorger*innen vor dem Hintergrund einer steigenden Zahl von Corona-Patient*innen in den Kliniken.

Als Fachberatung für die Krankenhaus-Seelsorge hat Wißmann jetzt einige Hinweise für Seelsorger*innen zusammengestellt.

Handlungsempfehlungen für Lebens-, Familien- und Erziehungsberatungsstellen

Vor dem Hintergrund der landeskirchlichen Handlungsempfehlungen und vorbehaltlich ggf. anderslautender oder situativ veränderter staatlicher Regelungen, möchte die Hauptstelle für Lebensberatung die Beratungsarbeit der Lebens- , Familien- und Erziehungsberatungsstellen vor Ort mit den folgenden Hinweisen und Handlungsempfehlungen zum Umgang mit der Corona-Virus-Infektion unterstützen (Stand 19.03.2020). Grundsätzlich gelten für alle Beratungsstellen die Vorgaben und die Empfehlungen der staatlichen und kommunalen Behörden.

Chat-Seelsorge weitet ihr Angebot aus

Angesichts der Ausbreitung des Coronavirus weitet die evangelische Chat-Seelsorge ihr Angebot aus. "Nachdem nun eine Menge unseres analogen Lebens, einschließlich des kirchlichen Lebens, aufgrund der Corona-Pandemie zum Erliegen gekommen ist, bieten wir eine Ausweitung unserer digitalen Arbeit an", sagt Pastor Carsten Krabbes als Koordinator des Angebotes. "Bei uns kann sich niemand infizieren, aber gleichwohl kann jede und jeder Gemeinschaft erleben."

Die Chat-Seelsorge ist ab sofort montags von 20 bis 22 Uhr, dienstags von 12 bis 14 Uhr, mittwochs von 20 bis 22 Uhr, donnerstags von 12 bis 14 Uhr, freitags von 20 bis 22 Uhr und sonntags von 10 bis 12 Uhr erreichbar.

Die Chat-Seelsorge besteht seit 17 Jahren und wird von den evangelischen Landeskirchen Hannovers und Rheinland organisiert. Ratsuchenden steht ein Team aus mehr als 20 Pastor*innen, Diakon*innen und Pädagog*innen zur Verfügung. Teilnehmende der Chat-Runden bleiben durch Nicknames anonym; die Seelsorger*innen geben sich dagegen mit Namen und Bild zu erkennen. Auf Wunsch können Nutzer*innen auch einzeln in einem geschützten Bereich mit einer Seelsorgerin oder einem Seelsorger chatten.

Triage: ethische Überlegungen und gemeinsame Verantwortung

Vor dem Hintergrund der zunehmenden Verbreitung des Corona-Virus wird in den Kliniken aktuell alles dafür getan, dass es nicht zu der gefürchteten Triage-Situation kommt. Dennoch bereiten sich alle, die vor Ort entsprechende Verantwortung tragen, darauf vor, dass diese Situation notwendig werden könnte. Ziel der Vorbereitungen ist es, notwendige Entscheidungen strukturiert und bestmöglich treffen zu können.

Die Triage-Situation bedeutet, dass die notwendige medizinische Versorgung aufgrund einer sehr hohen Zahl von Erkrankungen nicht mehr für alle Menschen, die sie benötigen, geleistet werden kann. In der Folge stirbt ein höherer Anteil von Patientinnen und Patienten, als es bei niedrigeren Fallzahlen der Fall wäre.

Aus ethischer Sicht sind in einer solchen Situation drei Aspekte wesentlich: 1. Die Entscheidungen beruhen auf klaren Kriterien, sowohl ethisch als auch hinsichtlich der medizinischen Evidenz. 2. Die Entscheidungen sind strukturell gut verankert, sodass Zuweisungen auf Strukturebene erfolgen und nicht Patient*innen gegeneinander stellen. 3. Personen, die für die Entscheidung und ihre Umsetzung verantwortlich sind, werden darin unterstützt.