Foto: Andrea Hesse

"Der ganze Fisch war voll Gesang"

Dunkelgottesdienst mit einer Jazz-Ballade in der Nikodemus-Kirche

Blindenseelsorger Andreas Chrzanowski, hier beim Lesen der Lutherbibel in Braille-Schrift, lädt zum Dunkelgottesdienst ein. Foto: Andrea Hesse

Ein abgedunkelter Raum. Man sieht wenig oder gar nichts. Blinde Menschen assistieren den Besucherinnen und Besuchern: Am Buß- und Bettag, Mittwoch, 20. November 2019, wird um 19 Uhr ein Dunkelgottesdienst in der Nikodemus-Kirche am Lüneburger Damm 2 in Hannover gefeiert.

Hin und wieder liest man von einem „Dunkelcafé“ oder einem „Dunkelrestaurant“: Sehende Menschen tauchen hier in die Welt von Sehbehinderten und Blinden ein. Aber kann man auch einen Gottesdienst feiern, ohne etwas zu sehen? „Ja, man kann!“, sagt Pastor Andreas Chrzanowski, Beauftragter für die Blinden- und Sehbehindertenseelsorge in der Hannoverschen Landeskirche. Gemeinsam mit dem Hannoverschen Regionalverein des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Niedersachsen lädt der Blindenseelsorger zum Dunkelgottesdienst in die Nikodemus-Kirche ein.

Am Abend des Buß- und Bettages wird die Kirche vollständig dunkel sein. Blinde Menschen führen die Besucherinnen und Besucher in den Gottesdienstraum und helfen ihnen dabei, ihren Platz zu finden. Im Mittelpunkt des Gottesdienstes steht die Jazz-Ballade „Der ganze Fisch war voll Gesang“ von Klaus-Peter Hertzsch, die musikalisch von Michael Kuhlmann gestaltet wird. Ein Team aus Sehbehinderten und Blinden um Andreas Chrzanowski gestaltet den Gottesdienst.