Fünf „Neue“ am Zentrum für Seelsorge und Beratung

Beauftragte wurden in ihren Dienst eingeführt

Verabschiedung und Begrüßung (von links): Anja Garbe, Direktorin Angela Grimm, Hans Jürgen Bollmann, Theodor Adam, Uwe Keller-Denecke, Petra Eickhoff-Brummer, Jan Postel und Oberkirchenrat Dr. Friedrich Ley. Foto: Andrea Hesse

Für Angela Grimm, Direktorin des Zentrums für Seelsorge und Beratung (ZfSB) in Hannover, war es eine Premiere: „Noch nie durfte ich so viele Menschen in ihren Dienst im ZfSB einführen oder sie hier bei uns begrüßen“, stellte sie fest. Tatsächlich konnte Grimm in einem Gottesdienst in der Kappelle des Annastiftes gleich fünf Pastorinnen und Pastoren in verschiedenen seelsorglichen Beauftragungen willkommen heißen; darüber hinaus verabschiedete sie Anja Garbe aus der Leitung der Klinischen Seelsorgeausbildung (KSA).

Von 2016 bis Februar 2022 hatte Garbe die Klinische Seelsorgeausbildung in der hannoverschen Landeskirche verantwortet und mitgeprägt; dabei den Teamgedanken gelebt und immer wieder Impulse gegeben, wie Angela Grimm in ihren Worten zur Verabschiedung betonte. Oft habe Garbe mit einem überzeugten und überzeugenden „Ja, wir machen das!“ die Dinge vorangebracht, etwa bei der neu konzipierten Cross-Over-Fortbildung „Systemik meets KSA“. „Du hast Seelsorge immer als dynamisches Beziehungsgeschehen verstanden – schade, dass wir dich gehen lassen müssen“, so Grimm. Bereits seit März nimmt Anja Garbe an einem Trainee-Programm der Dachstiftung Diakonie für Führungskräfte teil.

Als landeskirchlichen Beauftragten für Queer-sensible Seelsorge und Beratung konnte die ZfSB-Direktorin Pastor Theodor Adam in seinen Dienst einführen; außerdem Pastor Uwe Keller-Denecke als Beauftragten für die Klinische Seelsorgeausbildung. Pastorin Petra Eickhoff-Brummer, die bereits seit Gründung des ZfSB die Systemische Seelsorge verantwortet, führte Grimm in ihre Zusatzbeauftragung für die Koordination von Supervision und Coaching in der Landeskirche Hannovers ein.

Pastor Hans Jürgen Bollmann und Pastor Jan Postel begrüßte Grimm in ihren neuen Beauftragungen im Zentrum für Seelsorge und Beratung: Bollmann, Beauftragter für die Notfallseelsorge im Sprengel Stade, ist ab Mai mit einem weiteren Stellenanteil gemeinsam mit Christiane Plöhn in der Seelsorgeausbildung für ehrenamtlich Tätige aktiv; Postel vertritt den Pastoralpsychologischen Dienst zusammen mit Michael Thon im Sprengel Lüneburg.

"Krisen stellen die Kirche in Frage"

Oberkirchenrat Dr. Friedrich Ley, Vorsitzender des Kuratoriums des ZfSB, ging in seiner Predigt im Einführungsgottesdienst auf die aktuellen Krisen in der Welt ein: „Deutlich ist, dass sowohl die Corona-Krise als auch die Frage des kirchlichen Umgangs mit dem Krieg im Osten Europas die Kirche auf das Heftigste in Frage stellen“, konstatierte er in seinem nach eigener Aussage „tastenden“ Versuch einer Analyse. „Was tut die Kirche? Was tut sie nicht? Wie reagiert sie in ihrem diakonischen und seelsorglichen Handeln? Wie erreichbar ist sie für die Menschen und welchen Trost kann sie bieten? Führt sie die Gesellschaft in die Aktivität und eröffnet Ressourcen, oder spiegelt sie deren Depression und Ausweglosigkeitsempfindung?“

Alle Mitarbeitenden im ZfSB hätten in den zurückliegenden Monaten vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie, des Hochwassers im Ahrtal und des Überfalls der russischen Armee auf die Ukraine einen exzellenten Job gemacht, betonte Ley und erinnerte auch an Hotlines und das Seelsorgetelefon der christlichen Kirchen in Niedersachsen: „Nicht auszudenken, wenn wir Sie und dieses gut aufgestellte Fachinstitut nicht gehabt hätten.“

Abschließend äußerte Ley einen Gedanken der Hoffnung, trotz aller Bedrohung und einer zunehmend säkularen Welt: Vielleicht bringe die Entwicklung hin zur Postmoderne, in der die Relevanz der Kirche stärker als je zuvor infrage gestellt werde, auch ein unerwartetes Maß an Freiheit und damit Chancen für diese Kirche mit sich.