Foto: Andrea Hesse

Wenn traumatische Erfahrungen spürbar werden

Jahreskonferenz der landeskirchlichen Supervisor*innen und Coaches

Screenshot: Christine Tergau-Harms

„Wenn in der Supervision traumatische Erfahrungen deutlich werden“ – unter diesem Titel stand jetzt die Jahreskonferenz der Supervisor*innen und Coaches der landeskirchlichen Listen. „Das Interesse am Thema war aus Beobachtungen in Supervisions- und Coaching-Prozessen entstanden, in denen erlittene Traumatisierungen erwähnt oder spürbar geworden waren“, erklärt Christine Tergau-Harms von der Fachstelle Supervision und Coaching im Zentrum für Seelsorge und Beratung (ZfSB). Auch berufliche Umbrüche oder aktuelle Konflikte förderten manchmal alte Trauma-Erfahrungen zutage.

Welches Knowhow ist für Supervisor*innen und Coaches wichtig, um Trauma-Signale zu erkennen und angemessen zu reagieren? Wie können Supervisand*innen und Coachees unterstützt werden und gleichzeitig Rahmen und Grenzen der berufsbezogenen Beratung gewahrt bleiben? Diesen Fragen widmete sich die Konferenz, die von Angela Grimm, Direktorin des ZfSB, eröffnet wurde.

Mit Sabine Haupt-Scherer aus Villigst als Referentin war eine Spezialistin für dieses Thema gewonnen worden. Als Theologin, Traumapädagogin und Traumafachberaterin, systemische Beraterin und Supervisorin sowie Referentin im Amt für Jugendarbeit der Evangelischen Kirche von Westfalen und im Bildungszentrum Jugendhof Vlotho verfügt sie über besondere Kompetenz in der Vermittlung des Themas in der Bildungsarbeit und stellt dafür diverse Materialen wie Arbeitshilfen und Videos zur Verfügung.

Der Referentin gelang es, so anschaulich in die Grundlagen der Psychotraumatologie und in strukturelle Trauma-Folgestörungen einzuführen, dass die Teilnehmenden zurückmeldeten, komplexe neurowissenschaftliche Zusammenhänge tiefergehend verstanden zu haben und bestimmte Phänomene besser einordnen zu können. Im Verlauf der Konferenz entwickelten sich daraus spannende und sehr lebendige Diskussionen.

Wie sinnvoll psycho-edukative Impulse in Supervisions- und Coachingprozessen zum Verständnis eigener Reaktionsmuster und Verhaltensweisen sein können und wie mit dem Thema Traumatisierungen in der berufsbezogenen Beratung umgegangen werden kann, zeigte Haupt-Scherer anhand verschiedener Interventionsmethoden aus ihrer eigenen Arbeit als Supervisorin. Anschließend ging sie auf Fragen ein und vermittelte den Teilnehmenden weitere Anregungen zu erlebten Prozessen.