„Große Bedeutung für kirchliche Aufgaben“

Pastoralpsychologische Berater*innen schließen Weiterbildung ab

Geschafft - zwölf Pastor*innen haben die Weiterbildung erfolgreich abgeschlossen.

Nach gut drei Jahren endete kurz vor Weihnachten für zwölf Pastorinnen und Pastoren aus vier Landeskirchen die psychoanalytisch orientierte Weiterbildung „Pastoralpsychologische*r Berater*in“ mit einem Kolloquium und einer Feierstunde. „Das Leben kann Spuren von MÜSSEN enthalten“, zitierte Angela Grimm, Direktorin des Zentrums für Seelsorge und Beratung, mit Blick auf die hohen Standards der Weiterbildung in ihrem Grußwort aus einer Spruchkarte. Die pastoralpsychologische Weiterbildung sei von großer Bedeutung, um die künftigen Aufgaben in der kirchlichen Aus-, Fort- und Weiterbildung, aber auch in Supervision und Coaching bewältigen zu können. „Sie müssen mit einem Anruf aus dem Zentrum für Seelsorge und Beratung rechnen“, gab Grimm den frisch ausgebildeten Berater*innen mit auf den Weg.

Die Absolvent*innen aus den Landeskirchen Hannovers, Braunschweig und Kurhessen-Waldeck sowie aus der Nordkirche hatten zu Beginn ihrer Weiterbildung bereits einen Grundkurs in Seelsorge erfolgreich absolviert. „Stand dort die Seelsorge im Fokus, ging es nun um die Qualifizierung im Arbeitsfeld Lebensberatung“, erklärt Kursleiter Gert Stührmann vom Zentrum für Seelsorge und Beratung. Neben den Kurswochen besuchten die Teilnehmenden Vorlesungen und Seminare an psychoanalytischen Instituten; auch eine Lehranalyse und eine Hausarbeit zu einem Beratungsthema gehörten dazu. „Vor allem aber war ein dreijähriges Praktikum an einer Lebensberatungsstelle Teil dieser Weiterbildung“, so Stührmann.

Eine besondere Herausforderung bestand für Teilnehmende und Kursleitungen darin, dass die Weiterbildung zu großen Teilen unter den Bedingungen der Pandemie stattfand. Umso mehr Freude herrschte am Ende darüber, dass die Jakobi-Kirchengemeinde im hannoverschen Stadtteil Kirchrode ihren Gemeindesaal für den Abschluss des Kolloquiums zur Verfügung stellte.

Gert Stührmann, der gemeinsam mit Lehrsupervisorin Anne Reichmann aus Hamburg den Kurs geleitet hatte, würdigte das Engagement der Teilnehmenden und der Prüfungskommission, die viele Herausforderungen angenommen und erfolgreich bewältigt hätten. „Nach dem Kolloquium ist vor der nächsten Stufe der Weiterbildung“, stellte Stührmann auch fest. Für die Absolvent*innen folge gleich im Anschluss die Weiterbildung  zur Supervisorin oder zum Supervisor.

"Qualifizierte Seelsorge und Beratung tun gut"

„Qualifizierte Seelsorge an Menschen und an der Kirche, Begleitung und Beratung des Lebens und der Prozesse tun gut“, betonte Andreas Wackernagel, Leiter der Institutionsberatung der Nordkirche. Pastoralpsycho­logie speise in die Kirche genau das ein, was die Kirche in die Gesellschaft tragen müsse: „Eine fragende Grundhaltung, die Bereitschaft zu trösten, den Schimmer der christlichen Hoffnung, die Chance auf (Ein-)sehen und Verstehen, letztlich: Sinn.“

Dr. Friedrich Ley, Leiter des Seelsorge-Referates im Landeskirchenamt in Hannover, zollte den Absolvent*innen Respekt dafür, sich den Herausforderungen der anspruchsvollen Weiterbildung gestellt und sie schließlich auch gemeistert zu haben.Er sagte zu, dass die hannoversche Landeskirche an dieser Weiterbildung festhalten werde.

Die Weiterbildung „Pastoralpsychologische*r Berater*in“ findet seit 2014 in Kooperation der evangelisch-lutherischen Landeskirchen in Hannover, Braunschweig und Kurhessen-Waldeck sowie der Kirche im Norden statt. Begleitet wird sie von einer Steuerungsgruppe, die sich aus Vertreter*innen der Landeskirchen sowie der Fort- und Weiterbildungskommission der Deutschen Gesellschaft für Pastoralpsychologie (DGfP) zusammensetzt.