Foto: Andrea Hesse

Coaching in Supervisionsqualität

Landeskirche stärkt drei Arbeitsfelder im Zentrum für Seelsorge

Christine Tergau-Harms (von links), Angela Grimm und Petra Eickhoff-Brummer im Gespräch über gleichwertige Standards für Supervision und Coaching. Foto: Andrea Hesse

Vor dem Hintergrund der wachsenden Nachfrage aus Kirchengemeinden, Diakonie und Einrichtungen hat die Hannoversche Landeskirche jetzt drei ihrer Arbeitsfelder am Zentrum für Seelsorge (ZfS) in Hannover gestärkt: die Fachstelle für Supervision und Coaching, die Systemische Seelsorge und die Seelsorgeausbildung für Ehrenamtliche.

Seit der Gründung des ZfS im Jahr 2014 ist die Koordination der Supervision in der Hannoverschen Landeskirche hier konzeptionell verankert. Im Umfang einer halben Stelle war zunächst Petra Eickhoff-Brummer in diesem Arbeitsfeld tätig. Die rasante Entwicklung des Coachings als Form der beruflichen Beratung auch innerhalb der Kirche machte 2017 jedoch Veränderungen notwendig: Die Landeskirche entschied sich dafür, analog zu den Qualitätskriterien für Supervision auch Kriterien für das Coaching zu entwickeln. In einem umfangreichen Prozess wurden die Standards für Coaching als berufliche Beratung erarbeitet; parallel dazu wurden die Zielgruppen für Supervision und Coaching auf Ehrenamtliche sowie Mitarbeitende in Kindertagesstätten und diakonischen Diensten ausgeweitet. In diesem Prozess leistete Eickhoff-Brummer für alle Entscheidungsebenen die konzeptionelle Entwicklung sowie die Fachberatung.

Entscheidende fachliche Weichenstellung

Um das wachsende Feld der beruflichen Beratung in der Landeskirche zu strukturieren, nahm Christine Tergau-Harms im Herbst 2017 die Arbeit in der Fachstelle für Supervision und Coaching im ZfS auf. Gemeinsam mit Petra Eickhoff-Brummer arbeitete sie an der Entwicklung gleichwertiger Standards – die entscheidende fachliche Weichenstellung, wie beide in Übereinstimmung mit ZfS-Direktorin Angela Grimm sagen.

„Wir vermitteln Coaching in Supervisionsqualität“, betont Eickhoff-Brummer. Coaching biete teilweise stärker themenbezogene Formate an als Supervision, ergänzt Tergau-Harms; in der Qualität jedoch gebe es keine Unterschiede. Auch im Zeitaufwand und in der Honorierung unterscheiden sich Supervision und Coaching in der Hannoverschen Landeskirche nicht. Mit dem Aufbau der landeskirchlichen Listen für Supervisor*innen und Coaches seit Frühjahr 2018 wurde das Angebot transparent; auf der Webseite des Zentrums für Seelsorge werden diese Listen leicht zugänglich bereitgestellt. Mittlerweile wurden mehr als 40 Supervisor*innen und Coaches in die Listen aufgenommen; Klient*innen können hier die für sie geeignete Person auswählen.

Seit wenigen Wochen ist Christine Tergau-Harms alleine in der Fachstelle für Supervision und Coaching tätig, führt Auswahlgespräche für die landeskirchlichen Listen, leistet Fachberatung, koordiniert den fachlichen Austausch und entwickelt Veranstaltungsformate für Supervisor*innen und Coaches. Mit einem weiteren Stellenanteil unterstützt Tergau-Harms die landeskirchliche Beauftragte in der Seelsorgeausbildung für Ehrenamtliche, Christiane Plöhn, die mit einem Train-the-Trainer-Projekt noch stärker in die Fläche der Landeskirche hineinwirken will.

Strukturaufbau in der Systemischen Seelsorge

Petra Eickhoff-Brummer schied im Sommer 2019 aus der Fachstelle für Supervision und Coaching aus, um in ihrem zweiten Arbeitsfeld, der Systemischen Seelsorge, der Nachfrage gerecht zu werden. Den Strukturaufbau in diesem noch jungen Arbeitsfeld hat sie bereits begonnen: So gibt es eine Fachgruppe und ein aktives Netzwerk innerhalb der Landeskirche; darüber hinaus ist der Grundkurs Systemische Seelsorge mittlerweile als Baustein in der pastoralpsychologischen Qualifizierung für die Spezialseelsorge anerkannt. Parallel absolviert Eickhoff-Brummer die Ausbildung zur Lehrsupervisorin, um in der Qualifizierung von systemischen Supervisor*innen tätig zu werden – in der Hannoverschen Landeskirche betritt sie damit Neuland.