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Foto: Andrea Hesse

Notfallseelsorge ist eine verlässliche Ansprechpartnerin

Nachricht 14. Mai 2019

1.649 Einsätze in den Sprengeln der Landeskirche

Die überwiegende Zahl der Einsätze findet im häuslichen Bereich statt. Foto: Klaus Resch, Die scharfe Linse

„Die Notfallseelsorge ist und bleibt ein stark in Anspruch genommenes Arbeitsfeld in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers“, sagt Pastor Joachim Wittchen, landeskirchlicher Beauftragter für Notfallseelsorge. 1.649 Einsätze wurden im Jahr 2018 in den Sprengeln der hannoverschen Landeskirche statistisch erfasst; für das Vorjahr weist die Statistik 1.689 Einsätze aus.

81 Prozent der Notfallseelsorge-Einsätze (1.339) entfielen 2018 auf den innerhäuslichen Bereich; bei den restlichen 19 Prozent (310) handelte es sich um Einsätze im öffentlichen Raum. „Zu den innerhäuslichen Einsätzen werden unter anderem die Alarmierungen nach einer vergeblichen Wiederbelebung gerechnet, außerdem Suizide oder das Überbringen einer Todesnachricht gemeinsam mit der Polizei“, erklärt Joachim Wittchen. Werden Notfallseelsorgerinnen oder
-seelsorger zu Verkehrsunfällen oder Hausbränden gerufen, so fließen diese Einsätze unter den Stichworten „öffentlicher Raum“ oder „außerhäuslich“ in die Statistik ein.

Bei der Vorstellung der aktuellen Zahlen stellte Wittchen fest, dass auch im Jahr 2018 die kirchlichen Notfallseelsorge-Systeme ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt hätten. „In vielen Landkreisen sind sie ein verlässlicher Ansprechpartner für die Leitstellen der Rettungsdienste, die Feuerwehren und für die Polizei“, so der landeskirchliche Beauftragte. 944 Frauen und Männer waren im Jahr 2018 in der Notfallseelsorge engagiert; unter ihnen 101 Personen im Ehrenamt.

Angela Grimm, Direktorin des Zentrums für Seelsorge, dem das Arbeitsfeld Notfallseelsorge zugeordnet ist, führte weiter aus, dass nach wie vor große Anstrengungen unternommen würden, um Haupt- und Ehrenamtliche qualifiziert aus- und weiterzubilden. Neben einwöchigen Grundmodulen für Pastorinnen und Pastoren sowie Diakoninnen und Diakone biete das Zentrum für Seelsorge mittlerweile vielfältige Weiterbildungsmöglichkeiten für die „Seelsorge im Notfall“, die auch die Zielgruppe der Ehrenamtlichen in den Blick nehmen. „Gerade die Verzahnung mit der Ausbildung ‚Seelsorge im Ehrenamt‘ durch das Zentrum für Seelsorge hat sich als eine starke Säule für die Notfallseelsorge herausgestellt“, so Angela Grimm.

Oberkirchenrat Dr. Friedrich Ley, im Landeskirchenamt verantwortlich für das Referat Seelsorge, unterstrich die direkte Vernetzung mit den Gemeindepfarrämtern vor Ort: Die Mehrzahl der 843 Mitarbeitenden im Hauptamt ist in den Ortsgemeinden sowie in Krankenhäusern in der Klinikseelsorge tätig. „Die enge Verbindung zwischen Notfallseelsorge und Gemeindeseelsorge macht die Leistungsfähigkeit der Notfallseelsorge in unserer Landeskirche aus“, betont Dr. Ley. In der Regel versuchten die diensthabenden Notfallseelsorger daher, zunächst eine Seelsorgerin oder einen Seelsorger vor Ort zu benachrichtigen, bevor sie sich selbst auf den Weg machten.

Die Notfallseelsorge wird immer über die Leitstellen der Feuerwehr oder des Rettungsdienstes in den Landkreisen oder Regionen alarmiert. Sie kommt dann zum Einsatz, wenn es die Betroffenen selbst wünschen oder die Einsatzleitung vor Ort den Einsatz für notwendig hält. Mitglieder aus der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen engagieren sich in diesem Dienst der Kirchen; in zwei Regionen innerhalb der Landeskirche Hannovers wird die Notfallseelsorge von einem ökumenischen Trägerkreis verantwortet. Der Kirchenkreis Grafschaft Schaumburg arbeitet in der Notfallseelsorge eng mit der benachbarten Evangelisch-lutherischen Landeskirche Schaumburg-Lippe zusammen.