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Foto: Andrea Hesse

Kirche in der digitalen Welt

Nachricht 24. Februar 2020

Achim Blackstein schlägt erste einfache Schritte vor

Achim Blackstein (hinten links) informierte Regionalbischof Hans Christian Brandy (Mitte) und kirchliche Mitarbeitende im Sprengel Stade zum Thema "Digitale Kirche".

„Chancen und Risiken der Digitalisierung“ lautete jetzt das Thema einer Tagung kirchlicher Mitarbeitender im Evangelischen Bildungszentrum Bad Bederkesa. Unter der Leitung von Regionalbischof Hans Christian Brandy informierten sich die Teilnehmer*innen aus dem Sprengel Stade über das Thema „Kirche in der digitalen Welt.“ Achim Blackstein, Beauftragter für Digitale Seelsorge und Beratung im Zentrum für Seelsorge in Hannover, und Daniel Tietjen, Leiter der Telefon- und ChatSeelsorge Elbe-Weser, führten in das Thema ein.

Achim Blackstein informierte über die kirchlichen Seelsorge- und Beratungsangebote im Internet wie beispielsweise Plattformen für gemeinsame Gebete, digitale Beratungsangebote oder auch Meditations- und Dankbarkeits-Apps. „Als Kirche müssen wir gerade in der digitalen Welt noch viel mehr als bisher von dem her denken, was Menschen suchen und brauchen“, so Blackstein. „Die Sonntagspredigten einfach online stellen oder in jedem Gemeindehaus für WLAN sorgen, das sind erste einfache Schritte.“ 

„Das moderne Geld sind die Daten“, stellte Daniel Tietjen in seinem Vortrag fest. Aufgrund der riesigen Menge von Informationen, die Google, Facebook und Co. im Internet sammeln, sei ihre wirtschaftliche Macht groß. Kritische Fragen an die Macht der Algorithmen müssten daher immer wieder gestellt werden. Für Kirche als Ort der Begegnung biete die Digitalisierung aber durchaus Möglichkeiten: „Im Netz findet ja Begegnung in vielfältiger Weise statt.“ Kirche müsse jedoch ethische Leitlinien dafür entwickeln, welchen Einfluss Künstliche Intelligenz auf das menschliche Leben haben solle und dürfe.

Hans Christian Brandy, als Regionalbischof zuständig für die rund 200 evangelisch-lutherischen Gemeinden im Elbe-Weser-Raum, bilanzierte am Ende des Tages: „Als Kirche sind wir vor Ort flächendeckend in unseren Gemeinden für Menschen da und haben vielfältige Angebote. Diese Qualität auch im Netz abzubilden und dort zu sein, wo Menschen unsere Angebote suchen, das ist die Herausforderung der nächsten Jahre.“