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Foto: Andrea Hesse

Mit neuen Formen experimentieren

Nachricht 04. März 2020

Fachtag entwickelt Gottesdienstmodelle zum Übergang in den Ruhestand

Ursula Lenz von der BAGSO warb für eine Balance zwischen Aufgaben und Freiraum. Foto: Dagmar Henze

„Berufsende in Sicht!?“ – unter dieser Überschrift widmeten sich jetzt rund 35 Haupt- und Ehrenamtliche aus der kirchlichen Arbeit während eines Fachtages im Haus kirchlicher Dienste dem Übergang von der Erwerbstätigkeit in den Ruhestand. Ursula Lenz, Sprecherin der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO), betonte in ihrem Eingangsvortrag, dass im Ruhestand eine ausgeglichene Balance von Aufgaben und Freiraum gefunden werden müsse, damit diese Lebensphase nicht im Boreout, also in einem Zustand ständigen gelangweilt Seins, ende. Lenz gab den Teilnehmer*innen des Fachtages einige praktische Empfehlungen für den Ruhestand mit, die sich auch in der Broschüre „Berufsende in Sicht!?“ der BAGSO finden und nachlesen lassen.

Pastor und Superintendent i.R. Bernd Wrede aus Hannover ging in seinem Vortrag der Frage nach, wieviel Potenzial in der Begleitung gerade pensionierter Menschen durch einen Gottesdienst liegen könne. Eine neue Kasualie, wie es sie in einem anderen Zusammenhang bereits mit den Schulanfängergottesdiensten gibt, könne das Angebot sehr beleben, so Wrede – zumal der gemeinschaftsstiftende Aspekt auf der Hand liege. Gleichzeitig bestehe die besondere Herausforderung darin, dass die Zielgruppe eine sehr heterogene Gruppe darstelle und nicht leicht unter einen Hut zu bringen sei. „Wir müssen uns fragen, in welcher Form und mit welcher Einladung wird die neuen 66plus gewinnen können“, stellte Wrede fest. Er machte den Teilnehmer*innen des Fachtages viel Mut, einfach mal mit einem neuen Angebot zu experimentieren.

Zum Fachtag „Übergangsweise“ eingeladen hatten die landeskirchliche Beauftragte für Altenseelsorge, Anita Christians-Albrecht vom Zentrum für Seelsorge, sowie Dr. Dagmar Henze und Inken Richter-Rethwisch vom Projekt „Alternde Gesellschaft und Gemeindepraxis“ im Haus kirchlicher Dienste. Sie stellten die neue Arbeitshilfe für Gottesdienste „Übergangsweise“ vor, die druckfrisch allen Teilnehmer*innen überreicht wurde. In fünf Workshops konnten die Haupt- und Ehrenamtlichen dann Praxisimpulse zum Segen, zu Symbolen und Ritualen, Filmen und Texten miteinander entwickeln und teilen; dabei entstanden konkrete Ideen und Bausteine für Gottesdienste.

Der Fachtag schloss im Plenum mit dem Tenor, das vorgeschlagene Gottesdienstformat einfach einmal vor Ort auszuprobieren und Beispiele guter Praxis zu teilen. „Damit wich die anfängliche Skepsis, ob so etwas nicht auch ein Flop werden könne, allgemeiner Entschlossenheit, es einfach einmal zu wagen“, berichtet Inken Richter-Rethwisch. „Also: ran!“