Bewegende Momente inmitten des Trubels

Nachricht 21. Mai 2024

Queersensible Seelsorge engagiert sich beim CSD Hannover

Treffpunkt für die kirchlichen Aktiven beim CSD: die leuchtend blaue Bauwagenkirche.

Unter dem Motto „Auf dich kommt‘s an! Gemeinsam für Demokratie und Menschenrechte“ feierten am Pfingstwochenende tausende Menschen den Christopher Street Day (CSD) in Hannover. 16.000 seien dabei gewesen, teilten die Veranstalter*innen im Anschluss mit. Auch die Kirche war mit einer rollenden Bauwagenkapelle und verschiedenen Ständen, beim Umzug durch die Stadt und auf der Bühne auf dem Opernplatz dabei.

„Unser ökumenisches Seelsorgeangebot wurde sehr gut angenommen und es gab inmitten des Trubels viele bewegende Momente mit Gebet und Segen“, berichtet Pastor Theodor Adam, Beauftragter für Queersensible Seelsorge und Beratung im Zentrum für Seelsorge und Beratung (ZfSB). Zudem habe es auch eine Premiere gegeben: „Zum ersten Mal haben wir den traditionellen CSD-Gottesdienst nicht als ökumenischen Gottesdienst, sondern als interreligiös-philosophische Feier buddhistisch-christlich feiern können.“ Vielleicht, so Adam weiter, seien im nächsten Jahr weitere Religionen beim CSD-Gottesdienst dabei: „Das wäre wunderbar, denn so kann deutlich werden: Die Sehnsucht vieler queerer Menschen nach einer geistlichen, spirituellen, religiösen Heimat ist stillbar.“

An den kirchlichen Aktionen zum CSD waren neben der Queersensiblen Seelsorge im ZfSB verschiedene weitere Organisationen und Einrichtungen beteiligt: „#OutInChurch“, der „ka:punkt“, das Team Kirchenmobil, die Jugendkirche Hannover und der Stadtkirchenverband, die Evangelischen Frauen* in der hannoverschen Landeskirche und der Verein „Homosexuelle und Kirche“ (HuK). 

Pastor Theodor Adam bei der interreligiös-philosophischen Feier auf dem Opernplatz.

Christopher Street Day

Der CSD erinnert an den ersten bekanntgewordenen Aufstand von Homosexuellen und anderen queeren Gruppen gegen die Polizeiwillkür in der New Yorker Christopher Street im Stadtviertel Greenwich Village. Am frühen Morgen des 28. Juni 1969 fand in der Bar Stonewall Inn der sogenannte Stonewall-Aufstand statt. Zu dieser Zeit gab es immer wieder gewalttätige Razzien der Polizei in Kneipen mit queerem Publikum. Besonders betroffen von Misshandlungen und Willkür waren Afroamerikaner*innen und Menschen lateinamerikanischer Herkunft.

Die Gegenwehr gegen wiederkehrende Polizeigewalt in der Christopher Street bildete den Beginn tagelanger Straßenschlachten mit der New Yorker Polizei. Um des ersten Jahrestages des Aufstands zu gedenken, wurde das Christopher Street Liberation Day Committee gegründet. Seitdem wird in New York an jedem letzten Samstag im Juni, dem Christopher Street Liberation Day, mit einem Straßenumzug an dieses Ereignis erinnert. Daraus hat sich die internationale Tradition entwickelt, im Sommer für die Rechte queerer Menschen zu demonstrieren. Quelle: Wikipedia