Foto: Sonja Winterhoff

„Camp-Seelsorge hat große Relevanz“

Nachricht 10. Juni 2024

Seelsorge-Team war beim Landesjugendcamp im Einsatz

Das Team der Camp-Seelsorge ist auf diesem Foto nicht ganz vollständig zu sehen.

Mehr als 1.000 Jugendliche aus vielen Regionen in Niedersachsen waren jetzt vier Tage lang auf dem Gelände des Evangelischen Jugendhofs Sachsenhain in Verden beim Landesjugendcamp dabei. Das Treffen findet alle zwei Jahre statt und stand diesmal unter dem Motto „Was die Zukunft bringt“. Veranstaltet wird es von der Landesjugendkammer, der Jugendvertretung in der Landeskirche.

Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 13 und 27 Jahren konnten aus einer Fülle von Angeboten wählen, darunter laute und leise, sportliche und spirituelle, kulinarische und kreative. Mit 21 Personen dabei war auch die Camp-Seelsorge, zum zweiten Mal nach 2022.

„Bei der damaligen Auswertung im Team, bestehend aus beruflich Tätigen im Peer-to-Peer-Arbeitskreis, entstand der Wunsch, die Idee der Peer-to-Peer-Seelsorge und die Absolvent*innen der dazugehörigen Basis- und Aufbaukurse stärker einzubinden“, erzählt Diakonin Sonja Winterhoff, Beauftragte für die Peer-to-Peer-Seelsorge für junge Menschen im Zentrum für Seelsorge und Beratung. „In Absprache mit dem Landesjugendpfarramt wurden daraufhin für 2024 ehrenamtlich Tätige über 18 Jahre, die bereits beide Peer-to-Peer-Module absolviert hatten, angesprochen.“

Praxiseinsatz für Studierende

Und es gab auch noch einen anderen Weg ins Team der Camp-Seelsorge: An der Universität Göttingen und der Hochschule Hannover fanden für Studierende der Theologie und der Religionspädagogik / Sozialen Arbeit Kurse statt, in denen der Ansatz der Peer-to-Peer-Seelsorge für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen gelehrt wurde. Zu einem Teil der Kurse gehörte auch ein Praxiseinsatz während des Landesjugendcamps.

Das Team bildetet sich dann während eines Vortreffens im April im Evangelischen Jugendhof Verden. „Dort haben wir unter anderem noch einmal genau auf die Möglichkeiten, Herausforderungen und Grenzen von Seelsorge im Landesjugendcamp geschaut“, berichtet Sonja Winterhoff. „Wir haben alle Mitglieder des Teams in das Schutzkonzept eingewiesen und die Angebote miteinander geplant.“ Auch eine Ortsbegehung und die Einweisung in das Evakuierungskonzept waren Teil des Vorbereitungstreffens.

Walk-and-Talk-Teams auf dem Gelände

Während des Landesjugendcamps war die Campseelsorge dann täglich in drei Schichten mit je drei Teams auf dem Platz. Eines der Teams stand in einem Zelt mit ruhiger, entspannter Atmosphäre zur Verfügung und bot kleine Denk- und Gesprächsanstöße, während zwei Walk-and-Talk-Teams auf dem Gelände unterwegs waren. Sie besuchten insbesondere Veranstaltungen mit eventuellen Triggermomenten, etwa die Podiumsdiskussion „Jugend – Zukunft – Kirche“, in der unter anderem über die ForuM-Studie zu sexualisierter Gewalt gesprochen wurde; ebenso das Podium zum Thema Tod und Sterben. Auch die Krankenstation vor Ort, die vom DRK Verden betreut wurde, hatte das Team der Camp-Seelsorge im Blick.

„In der Campseelsorge gibt es, wie bei der Notfallseelsorge auch, die Ungewissheit, was passieren wird bzw. was auf einen zukommt“, sagt Diakonin Hannah Stolzenburg aus dem Seelsorge-Team. Die Ungewissheit sei in diesem Jahr aufgrund der heftigen Regenfälle im Vorfeld besonders hoch gewesen: „Der Aufbau war anders als geplant, Zelte konnten nicht aufgebaut werden oder mussten ihren Ort wechseln. Viele Kirchenkreise mussten so Entscheidungen treffen, und für einige bedeutete dies auch, wieder abzureisen. Die Camp-Seelsorge hat die notwendigen Änderungen angenommen und das Landesjugendcamp weiter begleitet.“

Schon eine Kleinigkeit hilft

„Ich war neugierig auf die Camp-Seelsorge, da sie für meinen späteren Beruf als Diakonin große Relevanz hat und es in Verden die Möglichkeit gab, die vielfältigen Situationen der Peer-to-Peer-Seelsorge zu erleben und nicht nur theoretisch zu lernen“, erklärte Clara, Studentin der Religionspädagogik, ihr Engagement beim Camp. Auch Juli, ebenfalls ehrenamtlich vor Ort, fand es gut und bereichernd, Haltung und Methoden der Seelsorge zu erproben. „Mir bleibt in Erinnerung, dass ich unerwartete Gespräche beim Essen oder im Krankenlager geführt habe, dass ich Menschen mit einer Kleinigkeit wie einem Tee, Kaugummi, Blasenpflaster oder auch einfach einem Ruheplatz helfen konnte“, zog Hannah ein persönliches Resümee.

Das Team der Campseelsorge wurde geleitet von Sonja Winterhoff und Ulrich Schön (Landesjugendpfarramt) gemeinsam mit den Kolleginnen im Berufsanerkennungsjahr Laura Wojciechowski, Shannon Heidt und Paula Schroeb. Während des gesamten Camps als „Back Up“ vor Ort waren auch Jugendpastor Maik Schwarz, Diakonin Hannah Stolzenburg und Diakon Alexander Hennies. Dieses Team wird auch alle Nachbesprechungen begleiten.

Podcast zum Landesjugendcamp

Während des Landesjugendcamps entstand auch ein Podcast. Die Camp-Seelsorge kommt HIER zu Wort.