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„Viele Gespräche waren sehr berührend“

Mehr als 200 Menschen nahmen das Angebot des Weihnachtstelefons an

In der NDR-Sendung "Hallo Niedersachsen" spracht Anita Christians-Albrecht über das Weihnachtstelefon. Screenshot: ZfSB

„Es war uns wichtig, dass Menschen in schwierigen Zeiten und an einem Tag, der für viele besonders belastend ist, durch unsere Kirche Unterstützung und Zuspruch erfahren“, sagt Anita Christians-Albrecht, Beauftragte für Altenseelsorge im Zentrum für Seelsorge und Beratung. Als Projektleiterin war sie für die Organisation des Weihnachtstelefons am 24. Dezember 2025 verantwortlich und führte an Heiligabend auch selbst Gespräche am Telefon.

Das Weihnachtstelefon war ein Gemeinschaftsprojekt des Zentrums für Seelsorge und Beratung mit der Kirche im NDR und NDR Niedersachsen. 23 Telefonleitungen waren am Abend des 24. Dezember geschaltet; 18 Seelsorgerinnen und Seelsorger nahmen die Anrufe entgegen. „Der Bedarf war groß“, berichtet Christians-Albrecht. „Die Telefonleitungen waren fast durchgehend besetzt und viele haben darüber hinaus angeklopft“. Durch die gute mediale Begleitung – unter anderem wurde das Weihnachtstelefon auf allen NDR1-Landeswellen und in „Hallo Niedersachsen“ beworben, hatten viele Menschen Kenntnis von diesem Angebot und nahmen es dankbar in Anspruch.

Einsamkeit und enttäuschende Beziehungen

So wurden den Abend über 202 Anrufe gezählt; 150 Gespräche wurden geführt. Sehr unterschiedlich war die Länge dieser Gespräche: Nach Informationen der NDR Media GmbH, die die technische Betreuung übernommen hatte, dauerte das kürzeste Gespräch fünf Minuten, das längste knapp anderthalb Stunden. Nach Einschätzung der Seelsorgenden waren die meisten Anruferinnen und Anrufer zwischen 50 und 70 Jahre alt; aber auch deutlich jüngere und ebenso ältere Personen suchten über das Weihnachtstelefon einen Menschen, mit dem sie sprechen konnten.

Die meisten der beteiligten Seelsorgenden gaben zu den besprochenen Themen Rückmeldungen an die Projektleiterin: Sehr häufig ging es um Einsamkeit und enttäuschende Beziehungen, oft auch um die Trauer um einen verlorenen Menschen. Krankheit und Schmerzen, Streit in der Familie, Schuldgefühle, Depressionen und auch unerfüllte Lebensträume waren weitere Themen, über die am Weihnachtstelefon gesprochen wurde.

"Sensibler für den Kummer im eigenen Leben"

„Der Heilige Abend ist für die meisten Menschen ein besonderer Abend“, sagt Christians-Albrecht. „Da ist man empfänglicher und sensibler für das Gute und Schöne, aber auch für den Kummer im eigenen Leben.“ Hinzu komme, dass viele Menschen unter der Vielfalt der Krisen in der Welt litten oder sehr einsam seien. „Viele Gespräche waren sehr berührend“, sagt die Projektleiterin, die einen großen Dank an den NDR und die beteiligten Seelsorgerinnen und Seelsorger richtet. Die meisten von ihnen hatten einen einstündigen Dienst übernommen, mehrere nahmen sich auch zwei oder drei Stunden Zeit für die anrufenden Menschen.

„Unser größter Dank gilt Pastorin Anita Christians-Albrecht, die das Team zusammengestellt hat und auch selbst an Heiligabend dabei gewesen ist“, sagt Radiopastor Oliver Vorwald aus der Hannover-Redaktion der Evangelischen Kirche im NDR.