Erstmals lud die Queersensible Seelsorge der hannoverschen Landeskirche in diesem Jahr zu einem besonderen Gottesdienst am Vorabend des Christopher Street Day (CSD) in die Marktkirche in Hannovers Altstadt ein.
Mit einem Schuldbekenntnis vor Gott eröffnete Landesbischof Ralf Meister den Gottesdienst. Im Gebet bekannte er das Versagen der Kirche gegenüber queeren Menschen und bat um Veränderung, Heilung und Versöhnung. „Wir haben Menschen verletzt. Wir haben sie ausgegrenzt, ihre Liebe in Frage gestellt, ihre Identität abgewertet“, so Meister. Die Kirche habe „Angst über Menschlichkeit gestellt. Und Ordnung über Würde“.
„In Zeiten, in denen queeres Leben erneut unter Druck gerät und Diskriminierung wieder zunimmt, schlagen wir mit diesem Gottesdienst einen deutlichen Pflock ein“, betonte Theodor Adam, landeskirchlicher Beauftragter für Queersensible Seelsorge und Beratung im Zentrum für Seelsorge und Beratung. „Wir glauben, dass der Himmel allen Menschen offensteht, unabhängig von ihrer Geschlechtlichkeit und ihren Liebesformen, und dass in Gottes Reich niemand bevorzugt oder benachteiligt wird. Das wäre auch schon jetzt wunderbar, daher haben wir den Gottesdienst unter die Forderung ‚Mehr Himmel auf Erden‘ gestellt.“