Queersensible Seelsorge und Beratung

Es braucht das Ringen ums Verstehen

„Queer“ wird meist als Container-Begriff verwendet. Er beschreibt Menschen, die nicht heterosexuell und / oder nicht in ihrem Geburtsgeschlecht leben oder mit männlich und weiblich konnotierten Geschlechtsmerkmalen geboren wurden. Und er wird sehr individuell ausgelegt und mit Leben gefüllt. Eine lesbische Frau z. B. kann sich als queer verstehen oder ein intersexueller Mensch, der einen transgeschlechtlichen Mann liebt.

Gott drückt sich in allen Menschen aus, männlich und weiblich, intergeschlechtlich und genderfluid. Und seine Liebe kennt deutlich weniger Grenzen – falls sie denn überhaupt welche kennt – als unser Denken.

Das Seelsorgeangebot ist die Kernaufgabe dieser Beauftragung. Zuhören, Gehörtes zusammen aushalten oder sich darüber freuen und es sortieren, einander begleiten, vielleicht auch zusammen beten, Segen empfangen. Und dabei weitere Potentiale wahrnehmen: Wo sind Bedürfnisse, was kann getan werden? Aufklärung und Befähigung: Warum fühlen sich manche Menschen ausgeschlossen, wenn die Männer im Psalmengebet beginnen und die Frauen mit den eingerückten Versen antworten? Und wie können wir einen Kasualgottesdienst anlässlich einer Transition begehen? Und feiern: Gottesdienste zu queeren Anlässen wie dem Christopher Street Day, zum Transgender Day of Remembrance, Kasualien in queeren Kontexten …

Natürlich braucht diese Stelle auch eine theologische Grundlage. Es hilft nichts, einander Bibelstellen nur vorzulesen, gar um die Ohren zu hauen, um die eigene Einstellung zu stützen – vielmehr braucht es ein Ringen ums Verstehen, einen ergebnisoffenen Diskurs und dann Pflöcke, die wir einschlagen: Hinter diese Erkenntnis gehen wir nicht zurück.

Gottesdienst zum Welt-Aids-Tag

Am Montag, 1. Dezember, ist Welt-Aids-Tag. Anlässlich dieses Tages feiert die Queersensible Seelsorge um 19 Uhr einen Gottesdienst im „Café Untenrum“ des CheckPoints (Aids-Hilfe) in der Weißekreuzstraße 20 in Hannover. 

„Zugleich können wir an diesem Tag das erste Adventskalendertürchen öffnen“, sagt Pastor Theodor Adam, Landeskirchlicher Beauftragter für Queersensible Seelsorge im Zentrum für Seelsorge und Beratung. „So liegen Erinnerung und Vorfreude, Trauer und Hoffnung, Dunkel und Licht, Vergangenheit und Zukunft, Abschied und Willkommen an diesem besonderen Tag ganz nah beieinander. Im Gottesdienst begegnet uns also die Weite des Lebens – G+tt stellt unsere Füße auf weiten Raum (Psalm 31). Wir wollen in diesem weiten Raum unseres Lebens unterwegs sein, ihn im Gottesdienst erkunden und gestalten.“

Alle Interessierten sind herzlich zum Gottesdienst eingeladen und natürlich sind alle frei, mitzumachen, was sich stimmig anfühlt, und zu lassen, was gerade nicht dran ist. Im Anschluss gibt es die Möglichkeit, noch beieinander zu bleiben und miteinander zu essen. Für Speisen und Getränke ist gesorgt.

Ihr Ansprechpartner

Pastor Theodor Adam
Mobil: 01520 3858408

Landeskirchlicher Beauftragter für Queer-sensible Seelsorge und Beratung

Ihre Ansprechperson

Sonja Thomaier befindet sich aktuell in Elternzeit. 

Pfarrperson Sonja Thomaier

Beauftragt zur ehrenamtlichen Mitarbeit in der Queersensiblen Seelsorge und Beratung