Schwerhörigenseelsorge

Schwerhörigenseelsorge ermuntert, begleitet und berät

"Ich verstehe Sie nicht. Ich bin schwerhörig.“ Wer sich traut, diese Sätze auszusprechen, ist auf gutem Weg. „Können wir gemeinsam eine Situation schaffen, in der ich Sie verstehen kann?“ Wer sich auch noch diesen Satz zu sagen traut, hat das Ziel fast erreicht.

Schwerhörigenseelsorge ermuntert schwerhörige Menschen, selbstbewusst und offen mit ihrer Einschränkung umzugehen. Sie stärkt sie in dem Wissen, dass sie als Geschöpfe Gottes in ihrer Einschränkung nicht nur vollständig angenommen, sondern auch als Bereicherung angesehen werden.

Sie begleitet und berät Angehörige von Schwerhörigen. Sie schafft in einer Kirche des gesprochenen Wortes die Möglichkeit, dieses Wort für Schwerhörige adäquat „auszusprechen“ und bedient sich dazu bei Gottesdiensten, in Andachten und in der Seelsorge auch nonverbaler, digitaler Kommunikationsformen.

Schwerhörigenseelsorge trägt mit Vorträgen im kirchlichen und außerkirchlichen Kontext dazu bei, dass das Thema Schwerhörigkeit in Kirche und Gesellschaft vernetzt wahrgenommen wird.

Regelmäßig unregelmäßig: Ermunterungstexte

Beate Gärtner schreibt als Beauftragte für Schwerhörigenseelsorge regelmäßig unregelmäßig Ermunterungstexte. Einige dieser Texte werden auf dieser Seite veröffentlicht (unten); in der Spalte rechts finden Sie den Link zum Download.

Alle Ermunterungstexte werden über einen dafür eingerichteten Verteiler verbreitet. Wer in diesen Verteiler aufgenommen werden möchte, schreibe eine kurze Mail an Beate.Gaertner@evlka.de.

Skagen

In Dänemark Urlaub zu machen, das heißt für mich auch, nach Skagen zu fahren. Ihr wisst schon: Das ist der Ort, an dessen Spitze Nordsee und Ostsee aufeinandertreffen. Es ist aber auch der Ort, an dem sich um 1900 eine Gruppe Künstler niedergelassen hat. Der berühmteste von ihnen: Peder Severin Krøyer. Eines seiner Gemälde, „Sommerabend am Skagensønderstrand“, seht ihr unten abgebildet. Es befindet sich im Skagens-Museum, und ich hatte das Glück und die Freude, seine einzigartige, goldgelbe und weiß-blaue Farbgebung zu bewundern.

Aber weshalb habe ich die Quittungen für den Museumsbesuch fotografiert? Weil an ihnen deutlich wird, dass in Dänemark behinderte Menschen richtig gut integriert sind. Als ich nämlich an der Museumskasse fragte, ob es für Behinderte einen Rabatt gäbe, erhielt ich als Antwort, dass für diese Menschen der Eintritt – natürlich – umsonst sei. Ich müsse nur meinen Schwerbehindertenausweis zeigen.

Das tat ich. Und so erhielt ich eine Begleiterkarte (ledsagerkort). Eine entsprechende Quittung gab es natürlich auch: Mein Mann zahlte als Erwachsener (voksen) 140,00 Kronen, während bei mir 0,00 Kronen gebucht wurden.

Ich bewunderte also alle diese herrlichen Gemälde und eben auch das Gemälde „Sommerabend“ von P.S. Krøyer völlig umsonst! Und ich hatte sogar noch besonderes Glück: Vor dem Gemälde stand eine Gruppe Däninnen und Dänen, die es gerade von einem Museumsführer erklärt bekamen.

Ich stellte meine Hörgeräte auf „Gruppe“ und spitzte die Ohren. So erfuhr ich, dass das Gemälde nahezu unbekannt war, als es das erste Mal in Dänemark auftauchte. 1895 wurde es für gerade mal 5.000 Kronen von einer Opernsängerin bei einer Ausstellung in München gekauft. Dann verschwand es jahrelang in einer österreichischen Berghütte.

1978 erwarb es Axel Springer bei einer Auktion für immerhin 520.00 Kronen. Seine Witwe schenkte es schließlich dem Skagens-Museum als Dank für den dänischen Einsatz für die Rettung der Jüdinnen und Juden in Dänemark im 2. Weltkrieg.

Damit ist es seit 1986 zurück in Dänemark und hängt mit unschätzbarem Wert im Skagens-Museum.

Ich bewunderte also dieses nicht nur herrliche, sondern zugleich auch so geschichtsträchtige Gemälde. Und das, ohne dafür auch nur eine einzige Krone bezahlt zu haben!

Fotos: Beate Gärtner

Ihre Ansprechpartnerin

Pastorin Beate Gärtner
Tel.: 0170 6709550

Landeskirchliche Beauftragte für Schwerhörigenseelsorge

Über die Mauer der Schwerhörigkeit springen

Die Ausgabe Nr. 34 der Zeitschrift „SeelsOHRge“ der Evangelischen Schwerhörigenseelsorge in Deutschland steht unter der Überschrift „Quando, quando, quando?“. 

„Es macht einen Unterschied, wann man schwerhörig geworden ist“, heißt es im einleitenden Text. Redakteurin Antje Donker führte dazu ein Gespräch mit Pastorin Beate Gärtner.

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