Schwerhörigenseelsorge

Schwerhörigenseelsorge ermuntert, begleitet und berät

"Ich verstehe Sie nicht. Ich bin schwerhörig.“ Wer sich traut, diese Sätze auszusprechen, ist auf gutem Weg. „Können wir gemeinsam eine Situation schaffen, in der ich Sie verstehen kann?“ Wer sich auch noch diesen Satz zu sagen traut, hat das Ziel fast erreicht.

Schwerhörigenseelsorge ermuntert schwerhörige Menschen, selbstbewusst und offen mit ihrer Einschränkung umzugehen. Sie stärkt sie in dem Wissen, dass sie als Geschöpfe Gottes in ihrer Einschränkung nicht nur vollständig angenommen, sondern auch als Bereicherung angesehen werden.

Sie begleitet und berät Angehörige von Schwerhörigen. Sie schafft in einer Kirche des gesprochenen Wortes die Möglichkeit, dieses Wort für Schwerhörige adäquat „auszusprechen“ und bedient sich dazu bei Gottesdiensten, in Andachten und in der Seelsorge auch nonverbaler, digitaler Kommunikationsformen.

Schwerhörigenseelsorge trägt mit Vorträgen im kirchlichen und außerkirchlichen Kontext dazu bei, dass das Thema Schwerhörigkeit in Kirche und Gesellschaft vernetzt wahrgenommen wird.

Regelmäßig unregelmäßig: Ermunterungstexte

Beate Gärtner schreibt als Beauftragte für Schwerhörigenseelsorge regelmäßig unregelmäßig Ermunterungstexte. Einige dieser Texte werden auf dieser Seite veröffentlicht (unten); in der Spalte rechts finden Sie den Link zum Download.

Alle Ermunterungstexte werden über einen dafür eingerichteten Verteiler verbreitet. Wer in diesen Verteiler aufgenommen werden möchte, schreibe eine kurze Mail an Beate.Gaertner@evlka.de.

Buschwindröschen

Im letzten Frühjahr blühten überall an den Gräben und Kanälen in Ostfriesland die Buschwindröschen. Das sah wunderschön aus: Wie ein Teppich aus Grün und Weiß.

Nun haben mein Mann und ich neben unserem Haus einen Graben. Und so kam die Idee auf, dass wir diesen Graben, zumindest eine kleine Stelle, mit Buschwindröschen bepflanzen.

Das taten wir: Wie bestellten bei einer Gärtnerei 15 Buschwindröschen, pflanzten sie ein und markierten die Stellen mit 15 kleinen Holzstäben. Da das Frühjahr aber schon fortgeschritten war, und wir die Buschwindröschen blühend in die Erde gepflanzt hatten, war es bald vorbei mit unserem kleinen weiß-grünen Teppich. Erst verwelkten die Blüten, dann die Blätter und schließlich war gar nichts mehr zu sehen.

Als mein Mann im Herbst den Graben säuberte, entfernte er die 15 kleinen Holzstäbe. Er war sich völlig sicher: Hier würde im nächsten Frühjahr kein einziges Buschwindröschen aus der Erde sprießen.

Aber ich wollte nicht so schnell aufgeben. So ging ich Anfang März an den Graben und sah erst einmal nichts. Aber als ich eine Woche später wieder am Graben stand, da sah es bereits so aus:

Foto: Beate Gärtner

Wieder eine Woche später so:

Foto: Beate Gärtner

Und in der Osterwoche schließlich so:

Und jetzt gebe ich gerne zu, dass das alles überhaupt nichts mit Ohren zu tun hat. Außer, dass ich euch zurufen könnte: „Wer Ohren hat zu hören, der höre!“

Und damit zurück zu den Buschwindröschen. Die ermahnen mich nämlich dazu, nicht an vermeintliche Tatsachen zu glauben. Sondern daran, dass sich unter der scheinbar toten Oberfläche noch etwas anderes verbirgt. Etwa Lebendiges. Das im Schein der Sonne erblüht. Und mein Herz erfreut!

Ich wünsche allen lebendige und blühende Ostertage!

Ihre Ansprechpartnerin

Pastorin Beate Gärtner
Tel.: 0170 6709550

Landeskirchliche Beauftragte für Schwerhörigenseelsorge

Über die Mauer der Schwerhörigkeit springen

Die Ausgabe Nr. 34 der Zeitschrift „SeelsOHRge“ der Evangelischen Schwerhörigenseelsorge in Deutschland steht unter der Überschrift „Quando, quando, quando?“. 

„Es macht einen Unterschied, wann man schwerhörig geworden ist“, heißt es im einleitenden Text. Redakteurin Antje Donker führte dazu ein Gespräch mit Pastorin Beate Gärtner.

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