Schwerhörigenseelsorge

Schwerhörigenseelsorge ermuntert, begleitet und berät

"Ich verstehe Sie nicht. Ich bin schwerhörig.“ Wer sich traut, diese Sätze auszusprechen, ist auf gutem Weg. „Können wir gemeinsam eine Situation schaffen, in der ich Sie verstehen kann?“ Wer sich auch noch diesen Satz zu sagen traut, hat das Ziel fast erreicht.

Schwerhörigenseelsorge ermuntert schwerhörige Menschen, selbstbewusst und offen mit ihrer Einschränkung umzugehen. Sie stärkt sie in dem Wissen, dass sie als Geschöpfe Gottes in ihrer Einschränkung nicht nur vollständig angenommen, sondern auch als Bereicherung angesehen werden.

Sie begleitet und berät Angehörige von Schwerhörigen. Sie schafft in einer Kirche des gesprochenen Wortes die Möglichkeit, dieses Wort für Schwerhörige adäquat „auszusprechen“ und bedient sich dazu bei Gottesdiensten, in Andachten und in der Seelsorge auch nonverbaler, digitaler Kommunikationsformen.

Schwerhörigenseelsorge trägt mit Vorträgen im kirchlichen und außerkirchlichen Kontext dazu bei, dass das Thema Schwerhörigkeit in Kirche und Gesellschaft vernetzt wahrgenommen wird.

Regelmäßig unregelmäßig: Ermunterungstexte

Beate Gärtner schreibt als Beauftragte für Schwerhörigenseelsorge regelmäßig unregelmäßig Ermunterungstexte. Einige dieser Texte werden auf dieser Seite veröffentlicht; in der Spalte rechts finden Sie den Link zum Download.

Alle Ermunterungstexte werden über einen dafür eingerichteten Verteiler verbreitet. Wer in diesen Verteiler aufgenommen werden möchte, schreibe eine kurze Mail an Beate.Gaertner@evlka.de.

Schneeglöckchen

Foto: Beate Gärtner

So langsam wagen sie sich hervor. Sogar im hohen Norden Deutschlands, im sturmerprobten Ostfriesland: die zarten Schneeglöckchen.

Ihre Keime haben sich den Weg aus dem kalten Boden gebahnt. Sie haben Erde, verwelkte Eichenblätter, kleine Holzstöckchen und oft auch Schnee einfach beiseitegeschoben und sind in Richtung Sonne gewachsen. Von deren Licht beschienen, haben sie sich entfaltet: zuerst ihre beiden Laubblätter, dann ihr Blütenschaft und schließlich ihre Blüte.

Jedes Schneeglöckchen hat nur eine einzige Blüte. Deren Stiel ist so schwach und zart, dass sie sich senkt. Fast könnte man meinen, das Schneeglöckchen neigt bescheiden den Kopf. Oder blickt es nur deshalb auf den Boden, um zu betrachten, was es bereits alles hinter sich gelassen hat?

Genauso ist es! Es betrachtet, was es hinter sich gelassen hat! Der kalte Boden, die verwelkten Eichenblätter, die kleinen Holzstöckchen und selbst der Schnee können es an nichts mehr hindern.

Das Schneeglöckchen hat sich von dem allem losgeeist. Es streckt sich befreit und frei dem Licht der Sonne entgegen und wird dafür mit einem wunderbar weißen Blütenglöckchen belohnt.

Was meint ihr? Wäre es nicht schön, wie diese Schneeglöckchen zu sein?!

Ich gebe gerne zu, ein bisschen Anstrengung ist vonnöten, und zwar umso mehr, je zarter und schwächer wir uns fühlen. So etwas wie ein kleiner Ruck muss durch uns hindurchgehen.

Also: Ich höre mit meinen Hörgeräten nicht mehr gut? Dann mache ich jetzt einen Termin beim Hörgeräteakustiker.

Ich bin schon lange nicht mehr in Gesellschaft gewesen? Dann tue ich das jetzt und stelle dabei freundlich eine für mich passende Hörsituation her.

Ich verstehe meine Kollegen und Kolleginnen nicht? Dann spreche ich das offen an, und wir versuchen gemeinsam, eine gute Lösung zu finden.

Wir können das! Altes hinter uns lassen und Neues wagen. Und dann: Aufblühen wie Schnee-glöckchen! Und uns befreit und frei und wunderbar belohnt fühlen!

Pastorin Beate Gärtner, Zentrum für Seelsorge und Beratung
Beauftragte für Schwerhörigenseelsorge 
der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers

Ihre Ansprechpartnerin

Pastorin Beate Gärtner
Tel.: 0170 6709550

Landeskirchliche Beauftragte für Schwerhörigenseelsorge